Brisenstimmung

Biene bloggt

Eine Bahnfahrt, die ist lustig, eine Bahnfahrt, die ist schön …

Oder auch: Wer die Bahn nicht kennt, kennt Deutschland nicht

Einmal Bremen-Detmold und zurück – das kann doch nicht so schwer sein, dachte ich mir. Und freute mich schon auf das verlängerte Arbeitswochenende mit einer Kollegin, das wir seit Langem geplant hatten. Google Maps zeigte mir an, dass die kürzeste Strecke mit dem Auto sich auf gerade mal 168 Kilometer beläuft. Nur fahre ich nicht Auto, ich habe noch nicht einmal einen Führerschein. Ich bin quasi der fleischgewordene Klimaschutz. Also suchte ich mir eine Zugverbindung heraus. Was dann geschah und warum ich seit gestern Land und Leuten wieder ein wenig näher gekommen bin, erzähle ich im folgenden Bericht.

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Krieg den Masern?

Oder: Warum Pro-und-Contra-Debatten über das Impfen nur überhitzter Müßiggang sind

„Du bist doch wohl keine Impfgegnerin?“

Ehrlich gesagt hat es mir neulich fast die Sprache verschlagen, als mir diese Frage gestellt wurde. Vermutlich hätte der Fragesteller mir sofort die Freundschaft gekündigt, wenn ich „doch“ geantwortet hätte. Aber ich konnte ihn beruhigen. Ich bin weder Gegnerin noch Befürworterin. Ich halte stattdessen diese ganzen Pro-und-Contra-Debatten für eine Art des überhitzten Müßiggangs. Sie führen zu nichts, vor allem nicht dazu, sich der Voraussetzungen unseres Denkens und Handelns bewusst zu werden. Und genau deshalb schreibe ich diesen Beitrag, in dem ich für eine veränderte Auffassung von Krankheit und eine  Veränderung unserer Fragestellungen und Sichtweisen plädiere.

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Lese- und Medienliste zum Roman Objektiv von Sabine Walther

In meinem neuen Roman „Objektiv – Nutze die Zeit, bevor sie dich benutzen“ versucht der Protagonist, Alexander Weinberg, eine sogenannte Empathie-Brille zu entwickeln. Mithilfe dieser Brille sollen Gaffer und Gewalttäter therapiert werden, sodass sie Empathie mit den Opfern empfinden. In dieser Lese- und Medienliste habe ich Euch Literatur und Videos zusammengestellt, die Einblick in die Hintergründe der verschiedenen Themenbereiche des Romans geben.

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Rezension. Alexander Grau: Politischer Kitsch. Eine deutsche Spezialität. München, Claudius-Verlag, 2019.

Politischer Kitsch hat Hochkonjunktur“, so lautet die einleitende These des Philosophen Alexander Grau in seinem 2019 erschienenen Essay. Kitsch definiert er darin als eine „Lüge“, da dieser „behauptet, etwas zu sein, was er nicht ist. Und er gibt vor, einen Wert zu haben, der ihm nicht zukommt.“ Damit ist natürlich nicht die kleine Engelsfigur gemeint, die vor Herzchen drapiert den Wohnzimmeraltar verschönert. Grau spricht vom politischen Kitsch, der sich als reflektierte Meinung, als Kampf gegen das Böse, Ungerechte oder auch als Ultima Ratio ausgibt.

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Rezension: Nina Pfeffer Câmara und George Pfeffer: Daddy. Weltbürger wider Willen.

Es ist der 3. Juli 1910 als George Pfeffer als Sohn einer jüdischen Mutter in Breslau geboren wird. Wenige Jahre vor dem ersten und zu wenige Jahre vor dem zweiten Weltkrieg und der kaum sagbaren Barbarei des deutschen Nationalsozialismus.

118 Jahre später erzählt uns seine Tochter, Nina Pfeffer Câmara, die Geschichte ihres Daddys. Kurz und knapp, atmosphärisch dicht, im beständigen Wechsel zwischen der Sicht der Tochter auf den sterbenden Vater und dessen schriftlich festgehaltenen Erinnerungen.

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Juli Zeh: Corpus Delicti. Ein Prozess. Rezension …

… nebst einem kleinen gewagten Rundumschlag in Sachen Gesundheitspolitik.

Erst nannten wir es Christentum, dann Demokratie. Heute nennen wir es METHODE. Immer absolute Wahrheit, immer das reine Gute, immer das zwingende Bedürfnis, die ganze Welt damit zu beglücken. Alles Religion. Weshalb sollte sich ein Ungläubiger wie Sie für eine Spielart des immer gleichen Irrtums stark machen?“

Mit diesen Gedanken konfrontiert die Protagonistin Mia Holl aus Juli Zehs Roman „Corpus Delicti“ ihren Widersacher, Heinrich Kramer, der die Provokation erkennt, aber dennoch verspricht, Milde walten zu lassen. Wie überhaupt fast alle in diesem Buch so unfassbar bemüht sind, das Gute, das Richtige, das Verständige zu tun, auch wenn es letztlich dazu führt, dass Unschuldige sterben und sich Fortschritt, Aufklärung und Mitleid in eine düstere Triade verwandeln, der sich das Individuum zu beugen hat. Denn wo alle einer Methode folgen, die einzig und allein das Richtige vorgibt, da wird jeder Fehler, jeder Ausbruchsversuch aus dem Rationalen zur Ketzerei.

Gesundheit ist das höchste Gut der METHODE in Juli Zehs Roman. Gibt es aber nicht auch ein Recht auf Krankheit? Darf sich der Einzelne der ihm per Gesetz verordneten Gesundheit entziehen? Müssen wir alle auf ewig gesund, glücklich und ausgeglichen sein, wenn man uns die Möglichkeiten dazu an die Hand gibt?

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Gastbeitrag: Gerda Greschke-Begemann rezensiert Timo Daums „Die künstliche Intelligenz des Kapitals“.

Vor einiger Zeit habe ich euch hier im Blog meine Lesart des genannten Buches vorgestellt. Zur selben Zeit bat ich die Autorin Gerda Greschke-Begemann um ihre Meinung, da ich weiß, dass sie viele Aspekte, die darin angesprochen werden, besser beurteilen kann als ich. Gerda hat mir ihr Fazit als Kommentar zukommen lassen – aber ich finde ihn viel zu gut, um nur als „Nachsatz“ unter meinem Beitrag zu erscheinen, denn es handelt sich um eine eigenständige Rezension aus der Feder einer erfahrenen Schreiberin und Leserin, die ich daher nun dankbar als Gastbeitrag an dieser Stelle veröffentliche.

 

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Neuerscheinung: Objektiv. Nutze die Zeit, bevor sie dich benutzen. Ein Roman von Sabine Walther.

Zwei Jahre ist es her, dass ich die erste Zeile schrieb. Damals befand sich am Bremer Hauptbahnhof noch eine Baugrube, die Überseestadt glich einem unaufgeräumten Parkplatz und manches von dem, was mein Protagonist zu erfinden gedachte, gab es noch nicht. Niemals ist mir so sehr die Zeit davongelaufen wie in diesen zwei Jahren, in denen es mir vorkam, als würde sich die Welt gerade komplett neu erfinden.

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Davon geht die Welt nicht unter, wohl aber die Meinungsfreiheit

 

Über den Trend, Likes, Follower und andere soziale Interaktionen zu kaufen.

Likes kaufen, Kommentare kaufen, Abonnenten oder Streams kaufen – für YouTube, Facebook, Spotify oder Instagram und andere Social Media sowie Bewertungsportale – mit diesem Angebot werben seit Jahren zahlreiche Internetagenturen.

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Ich mach dann mal den Kohlhaas oder: Wie Strato mit langjährigen Kunden umgeht

13 Jahre war ich Kundin der Strato AG. Jeden Verkauf und jede Gebührenerhöhung – und die fielen nicht gering aus – habe ich ohne Murren hingenommen. Zum Jahreswechsel erhielt ich dann wie viele andere Kunden auch die Information, ich müsse auf PHP 7 wechseln oder, wenn ich bei der älteren Version bleiben wolle, eine monatliche Gebühr in Höhe von € 5,33 für den dann fälligen „extended Service“ zahlen.

 

 

Beim Versuch, die neue PHP-Version einzustellen, kam es zu technischen Schwierigkeiten. Kein Problem, dachte ich, denn Strato hatte angekündigt, dass man binnen 30 Minuten auf die alte Version zurückwechseln könne. Das misslang aber leider, denn mittlerweile hatte mich das System aus Sicherheitsgründen ausgeloggt. Die Sitzung war damit beendet und mein Schicksal besiegelt.

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