Biene bloggt

Monat: September 2021

Verschwörer sind immer die anderen

 

Über den Sinn mythischer Sprechweisen und den Unsinn, sie durch Fakten widerlegen zu wollen

Alle reden über Verschwörungsmythen, aber natürlich sind es immer die anderen, die sie verbreiten. Doch was ist eigentlich ein Mythos? Schon in den 1950er Jahren befasste sich mit dieser Frage der französische Literaturwissenschaftler Roland Barthes und kam zu dem banal anmutenden Ergebnis, dass der Mythos eine Aussage sei. Eine Aussage allerdings, die sich stets in der Schwebe befindet, die sich weder am sprachlichen (oder bildlichen) Zeichen festmachen lässt, noch im Inhalt aufgeht oder in dem, worauf sie deutet.

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La Espeja. Das Fest der 1000 Wünsche. Trailer

 

Ich bin zwar technisch und auch gestalterisch nicht besonders versiert … gebe mir aber Mühe. 😉 Das Ergebnis seht Ihr hier, denn ich habe einen Trailer zu La Espeja gebastelt:

 

Das E-Book ist noch bis zum 30. September 2021 zum Einführungspreis von Euro 1,99 erhältlich, E-Book und Taschenbuch erhaltet Ihr überall, wo es Bücher gibt und online unter anderem direkt bei ePubli.

Der Inhalt in Kürze zusammengefasst:

„Wenige Tage nach der Rückkehr in ihr Heimatdorf Alvaría verschwindet Leandra de Luna. Kommissar Neron reist aus Valencia an, um zu ermitteln: gegen das Raunen der Dorfbewohner und gegen einen Mythos, der auch ihn, den Skeptiker, zunehmend vereinnahmt.

    Denn Leandra ist keine gewöhnliche 23-Jährige, sondern eine Espeja, in deren Augen sich die geheimen Sehnsüchte des Betrachters spiegeln. Eine überstrenge Erziehung sollte die Auserwählte zur Anführerin des Dorfes formen. Doch Leandra floh und verwandelte ihre Begabung damit in einen Fluch.

    Haben sich die Bewohner von Alvaría an ihr gerächt? Halten sie Leandra gefangen oder haben sie die junge Frau getötet?

    Ein mystischer Krimi, einfühlsam erzählt aus den unterschiedlichen Perspektiven zweier Menschen, die einander nie begegneten, obwohl ihre Schicksale unauflöslich miteinander verknüpft sind.“

Eine ausführlichere Leseprobe könnt Ihr hier auf meiner Website einsehen.

Du bist Buchblogger/in, Rezensent/in oder Journalist/in und möchtest ein kostenloses Rezensionsexemplar anfordern? Dann melde dich gern über die Kommentarfunktion (wird nicht veröffentlicht, ich erhalte den Kommentar aber per E-Mail) und schreibe mir kurz, wo Du Deine Rezensionen für gewöhnlich veröffentlichst!

Die ersten Bewertungen sind auf Amazon bereits eingegangen und ich freue mich über 4,5 von 5 Sternen. Es dürfen natürlich noch viel mehr werden – es wäre also toll, wenn Du mich nach der Lektüre von La Espeja mit Deiner Bewertung und Deiner ehrlichen Meinung zum Buch unterstützt!

 

Gerda Greschke-Begemann: Corona. Wir leben noch. Aber wie? Rezension.

 

Auf 82 Seiten befasst sich die Autorin mit den Widersprüchen, die sich aus einer behaupteten Rationalität im Umgang mit der Corona-Pandemie und den tatsächlich festzustellenden Irrationalitäten ergeben.

Der Aufsatz liest sich wie eine Chronik, deren trockene Nüchternheit durch einen gepfefferten essayistischen Stil aufgelockert wird. Die Verfasserin erhebt keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit; sie verteidigt ein Menschenbild, in dem das Subjekt mehr ist als  „nur biologische Existenz“,  die sich in bürokratische und digitalisierte Abläufe einfügen lässt, ohne daran Schaden zu erleiden.

Entsprechend verzichtet Gerda Greschke-Begemann in ihrem Buch darauf, ihre Aussagen mit Quellenangaben zu belegen – was in Zeiten, da aus allen Mündern die Rede von der neuesten und aberneuesten Studie erklingt, die XY besage, besonders erfrischend zu lesen ist.

Gerade der Versuch, alles und jedes mit naturwissenschaftlicher Evidenz aufzuwerten, ist es doch – so folgere ich – der dazu führt, dass wir das augenscheinlich Evidente nicht mehr wahrnehmen. Und so graben wir uns durch (zumeist noch schlechte aufbereitete Grafiken und unvollständig erhobene) Zahlenkolonnen, versuchen immerzu etwas zu beweisen, statt uns gemeinsam des Problems in all seinen Dimensionen zu stellen.

Ich habe das Buch also schon deshalb gern gelesen, weil es nicht einer argumentativen Rechthaberei frönt, sondern abbildet, benennt, das Subjekt und die Subjektivität gegen eine Flut gelenkter Informationen verteidigt, ohne in irgendeiner Weise Verschwörungs- oder Unterdrückungsklischees zu bedienen.

Inhaltlich stimme ich nicht allem zu – doch ist das an dieser Stelle völlig unerheblich. Viel wichtiger scheint mir, dass hier implizit für eine Rückkehr zu einem Diskurs geworben wird, innerhalb dessen es möglich ist, einen begründeten Standpunkt zu beziehen, ohne diesen vorab von staatlich anerkannten Autoritäten und von den Inhabern der weltweiten Meinungsmachermedien absegnen zu lassen.

Ich sehe das Buch daher als einen Beitrag zur Rückkehr in einen Diskurs der Aufrichtigen, die versuchen, verkrustete und verengte Fragestellungen und Meinungshoheiten aufzubrechen, statt Polarisierungen voranzutreiben, und hoffe, dass dieser sehr bald pandemische Züge annehmen wird.

 

 

Corona. Wir leben noch. Aber wie? von Gerda Greschke-Begemann wurde im September 2021 als Kindle E-Book und als Taschenbuch veröffentlicht.

 

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