Biene bloggt

Kategorie: Biene schreibt (Seite 1 von 2)

Wunsch der Toten

 

Wunsch der Toten

Drei Nächte Atem noch, wenn schon in dieser Stunde,

die Feder still vor meinem Munde ruht,

und jeder weitre Schnitt in meine Wunde

nichts mehr bewirkt, da starr erlag das Blut.

 

Drei Nächte Weinen und in meinem kalten Schoß

will ich Dich wiegen, leis erklingt ein frühes Lied,

doch ahnst versteinert fern den stummen Reim Du bloß,

der ausgehöhlt von Trauertropfen weiterzieht.

 

Drei Nächte Wachen, dann bin ich allein

mir Reue schuldig, längst hast Du mir ja vergeben,

ersuch in Scheue meinem Schöpfer nah zu sein,

erhoff Verständnis für mein hoffnungsloses Leben.

 

Drei Jahre Hölle, bis ich endlich erdenfrei,

bis Deine Trauer mich von jeder Pflicht entbindet,

gebar mich fröhlich dann als Luftmeers Melodei,

wünsch, dass Dein Lachen mich in fernem Wehen findet.

 

Aus: Sabine Walther. Atem Sein. Gedichte und Fotografien vom anderen Ende der Liebe.

Die Arbeit am Manuskript – ein Absatz, fünf Überarbeitungen und immer noch nicht fertig …

 

Schreiben ist ein Prozess, der niemals endet. Es gibt Autoren, denen möchten wir die Augen küssen vor Dankbarkeit für ihre Romane, Erzählungen, Gedichte. Und dennoch bin ich mir sicher: Sie selbst kennen die eine Passage im Buch, die ihnen komplett misslungen ist. Sie sehen den Fehler, der sich eingeschlichen hat, die Formulierung, die unstimmig ist. Und sie ärgern sich darüber.

Und das ist gut so, denn aus unseren Fehlern lernen wir. Idealerweise spornen sie uns an, es beim nächsten Buch besser zu machen. Dem Wunsch, endlich fertig zu werden, zu widerstehen, keine Nachlässigkeit zu dulden.

Nur einen Absatz habe ich für euch aus meinem aktuellen Schreibprojekt herausgesucht, um einmal zu demonstrieren, wie ich als Autorin meine Texte lese, ändere, idealerweise verbessere oder, wenn es schiefgeht, verschlimmbessere. Falls ihr also Lust habt, mal einen kleinen Einblick in meinen Schreibprozess zu erhalten – bitte hier entlang.

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Rezension: Autoren Sternzeit. Geschichten, die nie erzählt wurden.

 

 

Instinktiv ahnte ich, dass die größten und wichtigsten Ereignisse des Lebens im Inneren geschehen.“

(Michaela Göhr)

Ein frisch gedrucktes Buch zur Hand zu nehmen, ist immer ein besonderer Moment. Einmal mehr, wenn dieses Buch eine Geschichte enthält, die man selbst geschrieben hat. Gestern war ein solcher Moment – ich hielt die Printversion der Anthologie „Geschichten, die nie erzählt wurden“ in den Händen. Und was soll ich sagen: Ich gebe sie nicht wieder her.

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Krieg den Masern?

Oder: Warum Pro-und-Contra-Debatten über das Impfen nur überhitzter Müßiggang sind

„Du bist doch wohl keine Impfgegnerin?“

Ehrlich gesagt hat es mir neulich fast die Sprache verschlagen, als mir diese Frage gestellt wurde. Vermutlich hätte der Fragesteller mir sofort die Freundschaft gekündigt, wenn ich „doch“ geantwortet hätte. Aber ich konnte ihn beruhigen. Ich bin weder Gegnerin noch Befürworterin. Ich halte stattdessen diese ganzen Pro-und-Contra-Debatten für eine Art des überhitzten Müßiggangs. Sie führen zu nichts, vor allem nicht dazu, sich der Voraussetzungen unseres Denkens und Handelns bewusst zu werden. Und genau deshalb schreibe ich diesen Beitrag, in dem ich für eine veränderte Auffassung von Krankheit und eine  Veränderung unserer Fragestellungen und Sichtweisen plädiere.

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Lese- und Medienliste zum Roman Objektiv von Sabine Walther

In meinem neuen Roman „Objektiv – Nutze die Zeit, bevor sie dich benutzen“ versucht der Protagonist, Alexander Weinberg, eine sogenannte Empathie-Brille zu entwickeln. Mithilfe dieser Brille sollen Gaffer und Gewalttäter therapiert werden, sodass sie Empathie mit den Opfern empfinden. In dieser Lese- und Medienliste habe ich Euch Literatur und Videos zusammengestellt, die Einblick in die Hintergründe der verschiedenen Themenbereiche des Romans geben.

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Neuerscheinung: Objektiv. Nutze die Zeit, bevor sie dich benutzen. Ein Roman von Sabine Walther.

Zwei Jahre ist es her, dass ich die erste Zeile schrieb. Damals befand sich am Bremer Hauptbahnhof noch eine Baugrube, die Überseestadt glich einem unaufgeräumten Parkplatz und manches von dem, was mein Protagonist zu erfinden gedachte, gab es noch nicht. Niemals ist mir so sehr die Zeit davongelaufen wie in diesen zwei Jahren, in denen es mir vorkam, als würde sich die Welt gerade komplett neu erfinden.

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Von der Verschriftlichung der Welt zu ihrer Codierung

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Literarisierung verstehen, um Digitalisierung zu begreifen

 

Nicht die Technik wird über unser Leben entscheiden – was sind schon ein Smartphone oder eine künstliche Intelligenz, die keiner benutzt? –, entscheidend ist die Frage der Kultur.“

Richard David Precht 

 

Warum wir diese Debatte brauchen, und zwar schon gestern

Automatisierung, Roboterisierung, künstliche Intelligenz, Datenschutz, autonomes Fahren, Unzufriedenheit mit dem Breitbandausbau – das sind die Themen, die meist diskutiert werden, wenn es um Digitalisierung geht. Wir alle wissen, dass wir uns in einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbruch befinden. Aber was verstehen wir davon, wie die „digitale Transformation“ uns persönlich verändert und noch verändern wird?

 

Digitalisierung bedeutet nicht einfach, dass wir einen Satz an Methoden und Instrumenten gegen bessere Verfahren austauschen, dass wir optimieren, was sich ansonsten identisch bleibt. Digitalisierung bedeutet, dass wir uns von der Schriftkultur, die unsere Gesellschaft ebenso wie jeden einzelnen bisher geprägt hat, komplett verabschieden.

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Perfektion. Kurzgeschichte.

Das neue Jahr fühlte sich so alt und verbraucht an wie das vorangehende, das in der Nacht im lauten Grölen und Krachen kampflos entwichen war. Winfried stand an der geöffneten Balkontür und rauchte, gute Vorsätze waren ihm schon immer zuwider gewesen, entweder man tat etwas oder man ließ es, fertig, Punkt.

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Silvesterblues. Kurzgeschichte

War es mein Puppenwagen oder hatte eine meiner Schwestern ihn zu Weihnachten geschenkt bekommen? Ich erinnere mich nicht mehr daran, sehe nur dieses kleine hellblonde Mädchen mit den leuchtend braunen Augen, das stolz und froh seine Puppe Mariechen durch die Straße spazieren fuhr.

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James N. Frey: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt.

 

Wie schafft man runde Figuren und wie entsteht eine spannende Story? Was genau ist eine Prämisse, der sich jeder Roman zu unterwerfen hat, und wofür sollte sie gut sein? Warum ist es für geniale oder zumindest talentierte Schreiber oft viel schwieriger, einen Roman zu verfassen, als für disziplinierte Arbeitstiere? Weshalb ist es so wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein, wenn man einen guten Roman schreiben will?

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