Biene bloggt

Schlagwort: bilder statt worte

Kein Bild sagt mehr als tausend Worte

(Erste Veröffentlichung 08/2013)

Ein Bekannter postet ein Video auf Facebook. Ich sehe: Während eines Fußballspiels rollt der Ball ins Aus. Der Balljunge schnappt sich den Ball, hält ihn fest, ein Spieler will den Ball zurück. Der Balljunge rückt ihn nicht raus, wirft sich zu Boden, umklammert den Ball. Ich traue meinen Augen nicht. Ist das ein Balljunge oder ein verrückter Fan, der seine Trophäe für sich behalten will? Dann kommt es noch schlimmer: Der Spieler tritt dem am Boden liegenden Jungen in die Magengegend, der lässt den begehrten Ball daraufhin los und der Spieler trottet zurück aufs Spielfeld.

Arschloch!

Sorry, aber ja, das war meine erste Reaktion. Das hätte es dann auch sein können. Doch irgendwie scheint mir die ganze Situation so absurd. Warum umklammerte der Junge den Ball? Was war da eigentlich los?

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6 Textertipps, die ich nicht mehr hören kann

Nebst einer Anrufung des mündigen Lesers.

„So lernen Sie besser schreiben.“ Oder: „10 Tipps, die Ihre Texte verbessern.“ Oder irgendwas mit einer Zahl, Tipps und besser, einfacher, werbewirksamer. Es kommt der Moment, da verstehst du: Du musst diesem Link im Newsletter nicht folgen. Du weißt eh, was drinsteht.

Wolf Schneiders Lebenswerk als Zehnpunkteprogramm. Der kleine Katechismus des Schreibens, der dazu führt, dass alles irgendwie gleich klingt. Verständlich. Kurz. Kein Passiv, kein man. Bildchen rein, Grafiken rein, Füllwörter raus.

Alles richtig, aber: Schreiben ist doch kein Textetöpfern nach Anweisung. Schreiben ist auch nicht die Kunst, Wortketten von gleichförmiger Länge zu basteln. Im Schreiben bilden wir Klänge ab. Die bestenfalls auch noch was bedeuten. Texte, wie ich sie schätze, haben eine Stimme, einen Tonfall. Der, noch einmal bestenfalls,  perfekt zu den Inhalten passt. Den der Leser, der aufmerksame Leser, innerlich hört. Und den er verändert, indem er ihm seine Stimme, seine Lesart beifügt.

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