Biene bloggt

Schlagwort: cancel cultur

Die letzte Anstalt oder:

 

Antirassismus made in Germany. Durch Diffamierung zur Einheit.

In den USA wurde wieder einmal ein Schwarzer auf grausame Weise ermordet und in Deutschland schwappen die Empörungswellen über. Gründlich, wie wir Deutschen sind, muss sofort geklärt werden, welche Mitschuld uns dieses Mal trifft. Wie ist es um den Rassismus in Deutschland bestellt?

Die Kabarettsendung „Die Anstalt“ vom 14.07.2020 versprach Aufklärung beziehungsweise bemühte sich, auch die Aufklärer vom Sockel zu stoßen. Was, mit Verlaub, keine wirkliche neue Debatte anstößt, sondern seit Jahren diskutiert wird.

Nachdem dann aber Kant (Rassist) und  Marx (Rassist und Antisemit) auf die übliche Weise „enttarnt“ worden waren, wollte man die Nummer wohl noch irgendwie toppen.

Nur wie? Ganz einfach. Eine Frau musste her. Eine, die schon immer im Verdacht stand, zu kühn, zu beherrscht, zu unerbittlich und männlich zu denken. Eine Jüdin, die der Gestapo gerade noch entkommen war. Nicht aber der “kritischen” Lesart des Zeitgeistes.

Und so präsentierte die Anstalt dem überraschten Zuschauer in einer “Challenge” ein kühles Weib namens Hannah Arendt, das sich selbst mit den Worten lobte, es habe sich noch in den Fünfzigern für Rassendiskriminierung eingesetzt. Es folgten zusammenhanglos in den Raum geblasene Äußerungen, die nicht nur an Rufmord grenzten, sondern diesen vollzogen. Aber was tut man nicht alles für die Quote.

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„Cancel Culture“: Vom Instrument der Machtlosen zum missbrauchten Machtmittel?

 

Heute machte mich meine Tochter auf einen Begriff aufmerksam, der bisher an mir vorbeigegangen war: Cancel Culture. Der Begriff umschreibt, dass eine Person, die sich politisch unkorrekt verhalten oder geäußert hat, in der Öffentlichkeit nicht mehr stattfinden soll. Dies geschieht über ein öffentliches Anprangern, meist in den Social Media, über Boykott-Aufrufe, indem die Person nicht mehr zu Veranstaltungen eingeladen wird und dergleichen mehr.

Ursprünglich galt Cancel Culture als Instrument der Machtlosen, also derer, die aufgrund einer persönlichen Eigenschaft diskriminiert werden – weil sie schwul oder dunkelhäutig sind beispielsweise. Mittlerweile hat die Sache aber Ausmaße angenommen, die selbst einem Machtmissbrauch gleichkommen, wenn nämlich eine Vorverurteilung ohne Überprüfung stattfindet und bestimmte Gruppen darüber entscheiden wollen, wer was wie formulieren und welche Meinung vertreten darf.

Komplett absurd wird es, wenn Personen für einen „Fehltritt“, den sie irgendwann in der Vergangenheit einmal begangen haben, gecancelt werden sollen – als Beispiel lässt sich hier der kanadische Premier Justin Trudeau benennen. Diesem wurde 2019 Rassismus vorgeworfen, weil er sich 2001 im Karneval als Aladdin verkleidet und das Gesicht geschwärzt hatte. Welch denkwürdiger Zufall, dass dies ausgerechnet im Wahlkampf geschah.

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