Eine kleine Verteidigung eines großartigen Satire-Videos des Bohemian Browser Balletts

Kaum war das neuste Video des Bohemian Browser Balletts veröffentlicht, gab es gewaltige Schelte und bitterböse Kommentare. Stein des Anstoßes: Im Video wird behauptet, das Corona-Virus sei so fair wie gerecht und möglicherweise die Rettung unseres Planeten, da es die Alten hinwegrafft und die Jungen weiterleben lässt. Darüber hinaus seien vor allem Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen, wie sie für die fetten Wohlstandsnationen typisch sind.

Was, wie schon zuvor das Umweltsau-Lied des WDR-Kinderchors, als Satire gemeint war, wurde seiner Aussage nach für bare Münze genommen. Und wieder einmal stellte sich die bereits oft diskutierte Frage: Was darf Satire?

„Alles“, lautete einst die Antwort eines Kurt Tucholsky. Aber diese Antwort allein wird als nackte Tatsache dem Genre Satire nicht gerecht. Und sie verschweigt die wesentliche Frage, die auch schon Tucholsky seinem kurzen Artikel über die Satire voranstellte, nämlich die nach dem Zweck der Satire und dem Charakter des Satirikers. Auf einen Nenner gebracht:  Was will Satire?

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